Vom Lernenden zum Unternehmer: Start-up-Gründer Davide Sposato war zu Besuch an der WSKVW

Die Lernenden des Freifachs Start-up durften in der letzten Woche vor Weihnachten einen speziellen Unterrichtsabend erleben. Davide Sposato, Gründer der Firma Work-in und ehemaliger Schüler der WSKVW, kam zu Besuch und erzählte den Lernenden von seinen Erfahrungen beim Aufbau eines erfolgreichen Start-ups.

Während im normalen Schulalltag oft mit Literatur und fiktiven Praxisbeispielen gearbeitet wird, brachte Davide Sposato mit seinem Besuch im Freifach Start-up echte Erfahrungen ins Klassenzimmer. Sposato ist ein junger Unternehmer, der im Jahr 2021 sein eigenes Start-up mit dem Namen Work-in gegründet hat. Er und sein Team vermieten voll ausgestattete Büroräumlichkeiten in einem Co-Working-Space in Frauenfeld und St. Gallen. Zu ihren Kunden zählen verschiedene Unternehmen: Vom kleinen Start-up, über KMUs bis hin zu Grossunternehmen ist alles dabei.

 

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Ein spannender Abend für unsere Lernenden: Davide Sposato beantwortete die zahlreichen Fragen zur Gründung eines Start-ups.

 

Vom KV-Lernenden zum Unternehmer

Davide Sposato absolvierte selbst die kaufmännische Lehre und die Berufsmaturität an der WSKVW. Für die Lernenden war es deshalb besonders interessant, die Geschichte eines erfolgreichen Unternehmers zu hören, der am gleichen Ort gestartet ist wie sie. Nach seiner Zeit an der WSKVW, absolvierte Sposato ein Bachelor- und Masterstudium an der ZHAW und begann zeitgleich als Praktikant bei einem Company-Builder in Zürich zu arbeiten. Dieser Studentenjob legte den Grundstein für seine berufliche Karriere als Unternehmer. Beim Company-Builder konnte er sich bis zum Geschäftsführer eines Fitnessstudios für Elektrostimulationstraining hocharbeiten. Er führte dieses Start-up, bis es verkauft wurde. Danach war für Davide klar, dass er nun etwas Eigenes auf die Beine stellen wollte. Also gründete er die Firma Work-in AG. 

 

Einblick in die Praxis eines Gründers

Bei seinem Besuch an der WSKVW erzählte er den Lernenden, welche Herausforderungen er beim Aufbau des Start-ups zu meistern hatte und beantwortete die zahlreichen Fragen der Lernenden. Ein besonderes Highlight des Abends war der Praxisauftrag, den Davide Sposato für die Lernenden vorbereitet hatte. Sie sollten sich in die Social-Media-Strategie von Work-in hineindenken und eigene Handlungsempfehlungen entwickeln und präsentieren. 

«Man muss dranbleiben und an das glauben, was man tut»

Vor seinem Besuch in der Klasse trafen wir Davide Sposato zu einem kurzen Gespräch. Er erzählt unter anderem von den Herausforderungen, die er bei der Gründung seines Start-ups zu meistern hatte. Zum Schluss verrät er seine wichtigsten Tipps für zukünftige Unternehmer:innen.

Portrait Davide Sposato zg

Davide Sposato, Gründer von Work-in AG

Was war für dich die grösste Herausforderung, als du dein Start-up gegründet hast?

«Es gab vor allem zwei Dinge, die für mich herausfordernd waren. Zum einen brauchte ich Unterstützung in der Finanzierung der Büroräumlichkeiten. Ich entschied mich, mit Fremdkapital zu arbeiten und habe bei der Thurgauer Kantonalbank (TKB) angefragt. Ich war etwas nervös, da ich in Zürich die Erfahrung gemacht hatte, dass es schwierig sein konnte, als Start-up Geld zu bekommen. Zu meinem Glück war die TKB aber schnell von meinem Konzept überzeugt und bereit, mein Start-up zu finanzieren. 

 

Die zweite Herausforderung war, den Menschen verständlich zu machen, was unser Angebot genau ist und welche Vorteile es bietet. Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Ostschweiz zwar schon Co-Working-Räume, aber kein Full-Service-Büro, wie wir es mit Work-in anbieten. Es brauchte viel Networking und mehr Zeit, als ich gedacht hätte, um unser Angebot bekannt zu machen. Aber nachdem die ersten Unternehmen bei uns eingemietet waren, sprach es sich schnell herum und es kamen immer mehr Kunden.»

 

Wann kam der Moment, an dem du gemerkt hast: «Ich habe es geschafft»?

«Ein Highlight war für mich, als sich die Büros langsam füllten und die Leute zu mir sagten, dass sie sich hier wie zu Hause fühlten. Sie begannen, sich untereinander zu vernetzen, zusammen zu arbeiten oder sich zum Mittagessen zu verabreden. Das war der Moment, in dem ich merkte: es braucht mich gar nicht mehr – im Work-in hat sich eine eigene Gemeinschaft gebildet. Es war schön mit anzusehen, wie neue Kooperationen und Freundschaften entstanden sind. 


Ein weiteres Highlight war natürlich, dass ich nach einem Jahr tatsächlich die budgetierten Zahlen aus dem Businessplan erreicht habe. Es hat sich gelohnt, immer dranzubleiben, auch wenn es schwierige Momente gab.»

 

Welchen Tipp möchtest du jungen Menschen mit auf dem Weg geben, die auch ein Start-up gründen wollen?

«Arbeitet fokussiert: Konzentriert euch auf das Wichtigste und macht nicht zu viel gleichzeitig. Arbeitet mit Leidenschaft: Das hilft euch auch in schwierigen Zeiten, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Und zu guter Letzt: habt Geduld. Ihr müsst dranbleiben, dranbleiben, dranbleiben und an das glauben, was ihr macht. Dann könnt ihr etwas Grosses erreichen.»

 

Alle Informationen zum Freifach Start-up finden Sie hier: